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Auf den Spuren der Goldsucher durch Alaska

Foto-finish …

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Falls Wind und Wetter noch einigermaßen mitspielen, wird der Yukoneer sein Ziel Emmonak voraussichtlich noch im Laufe dieser Woche erreichen.
Wie nach solchen Touren üblich, muss am Ende ein Zielfoto gemacht werden. Standard sind dann Bilder wie ein Bergsteiger neben dem Gipfelkreuz, oder der Arktis-Durchquerer zeigt sich, mit einem Kompass in der Hand, am Nordpol stehend.

Für unseren Yukoneer wollen wir die Sache aber nicht so einfach machen. Deshalb möchte ich in diesem Blog gerne Ideen und Anregungen für ein wirklich ausergewöhnliches Foto-finish sammeln.

Also lasst euch was einfallen ;-).
Alle Ideen sind willkommen.

Die Planung und Durchführung einer in entfernte Gebiete der Welt führenden Reise wie der des Yukoneer ermöglicht den Wechsel in andere Wahrnehmungsqualitäten. In welcher Intensität haben wir Bewusstsein und Aufmerksamkeit für den Augenblick, die konkrete Situation? Vom westlichen Alltag wird oft gefordert, im Voraus zu planen oder Gedanken auf das Nachbearbeiten von Vergangenem zu verwenden. Angesichts dessen kann Reinhold Messner zitiert werden, der sagte 1982: „Ich meine die Tatsache, dass wir beim ambitionierten Bergsteigen das Denken (das Vorausdenken) loswerden. Auf großen Bergtouren gibt der Kopf recht bald Ruhe. Das Problemwälzen und Räsonieren, diese ständige Begleitmusik des Alltags, verstummt.“
Viktor Frankl ist einer der frühen Mitgestalter der Psychotherapie und Begründer der Logotherapie, deren zentrales Anliegen das Finden des Lebenssinns ist. Zu Naturaufenthalten – und wie diese sein Denken beeinflusst und erweitert haben, schrieb der begeisterte Bergsteiger Frankl: “In den Bergen bekommen die Gedanken ihren freien Lauf, und es gibt eigentlich keine größere, wesentliche Entscheidung in meinem Leben, die ich nicht dort getroffen hätte.“(Frankl, zitiert 2003)
Insofern können wir von Phy4sa dem Yukoneer nur wünschen, dass die beeindruckende Natur, durch die er sich bewegt, Raum lässt für das Betrachten und Beobachten, vielleicht auch das konstruktive Hinterfragen eigener Entscheidungen, Einstellungen und Gedanken.

Auf zu den letzten Etappen…

Kaltag hat der Yukoneer schon seit ein paar Tagen hinter sich gelassen, und somit auch leider die Begleitung der Familie Zvirbuli verloren. Wie die SPOT-Nachrichten aber zeigen, hat er sich dadurch nicht entmutigen lassen, und nimmt die letzten Etappen alleine in Angriff.

Der Yukoneer liegt augenblicklich zwar sehr gut im Zeitplan, dennoch werden Wind und Wetter zunehmend schlechter. Dies erschwert die letzten Etappen bis Emmonak zusätzlich, und macht sie somit zu einer letzten großen Herausforderungen des Unternehmens “Auf den Spuren der Goldsucher”.

Einsamkeit:

Was mir hier zum zweiten Mal – nach meiner Soloradtour zum Polarkreis in Norwegen –auffällt ist wie sehr einem eine Begleitung nicht nur in den weniger guten Momenten, sondern vor allem auch in den schönen Augenblicken fehlt. Es ist mehr oder weniger offensichtlich, dass einem ein/e Begleiter/in im Falle eines persönlichen Tiefs helfen und unterstützen kann. Doch gerade in den Augenblicken, wenn man vor oder hier besser sich in einer atemberaubenden Landschaft bewegt fällt mir auf, wie sehr einem ein/e Begleiter/in fehlt mit dem man dies teilen kann. Da kann eine Erzählung oder ein Foto nur ansatzweise einen Eindruck vermitteln.
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Wildlife

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Bären sind mittlerweile Standard, Elche auch keine Seltenheit. Gestern Abend sahen wir einen Schwarzbären, der versuchte einen (zu steilen) Hang bergauf vor uns zu flüchten. Das ganze dreimal, bis er eine geeignete Stelle fand.
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Hallo Felix.

Obwohl ich aller Voraussicht noch auf dem Yukon unterwegs bin und noch ein paar Tage bis zum nächsten Zwischenziel brauchen werde, wünsche ich dir auf diesem Wege alles gute zu deinem Geburtstag.

Ich hoffe Du hast einen wunderschönen Tag und feierst schön. Unterwegs habe ich diesen lustigen Kameraden gesehen, der wahrscheinlich schauen wollte was du so machst ;-). Bin mir sicher, dass auch er dir eine schöne Zeit wünscht.

Und nicht vergessen: Immer schön cool bleiben!

Ich bin heute im Kokrines Bible Camp angelangt und hier in der Mitte der Strecke zwischen der Yukon Crossing Bridge und Ruby gibt es Internet…
Habe aber wahrscheinlich nur wenige Minuten, bis der Strom abgeschaltet wird, darum verzeiht mir die knappen Formulierungen.

Die Flats waren echt beeindruckend. Am ersten Tag habe ich in dem Gewirr einen Kajakfahrer getroffen: Brenton Smith mit dem ich seither paddle. Brenton ist 18 und fährt auf einem Sit-on-Top. Im Prinzip haben wir hier eine klassische Zweckgemeinschaft. Branton hat das Ziel Beringsee und unbegrenzt Zeit.
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Alaska shopping

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Das Rätsel um den “3. Knopf” ist zwar noch nicht gelöst, vielleicht hing die Meldung auch mit dem Menüplan zusammen.

Der Yukoneer hat sich mit Vorräten für 14 Tage im Supermarkt eingedeckt. Nun stellt sich die Frage, welche Lebensmittel auf dem Einkaufszettel standen, die den Energie- und Nährstoffbedarf der nächsten zwei Wochen decken können und dabei ja auch noch mit ins Boot passen sollten.

Wir vermuten, dass der Yukoneer einen Energieumsatz von ca. 3000 kcal (12570 kJ) pro Tag hat, das bedeutet 42 000 kcal (175 980 kJ) in zwei Wochen. Hätte er diese Energie in Form von Zartbitter-Schokolade als Proviant mitgenommen, wären das 88 Tafeln (á 100g). Leider wissen wir nicht, ob der Yukoneer Schokolade überhaupt mag, oder doch eher 12 kg „gesunde“ Haferflocken bevorzugt, um seinen Energiebedarf zu decken. Wir gehen davon aus, dass er seinen „Speisenplan“ etwas abwechslungsreicher gestaltet hat, denn Essen hält schließlich Leib und Seele zusammen.

Daraus leiten sich für uns folgende Fragen an den Yukoneer ab:

Welche Lebensmittel wurden tatsächlich mitgenommen und wie sahen die täglichen Rationen aus?

Zur Ermittlung des Energiebedarfes: wie lange wurde bisher täglich gepaddelt und mit welcher Intensität?

Was macht der Yukoneer, wenn er nicht paddelt?

Wie lange sind seine Ruhe- und Schlafphasen?

Ob die Energiezufuhr tatsächlich ausreichend ist, erkennen wir am besten anhand des Körpergewichtes – muss der Yukoneer seinen Gürtel möglicherweise schon enger schnallen?!

Einige Fragen, auf deren Beantwortung wir gespannt sind.

Alles wieder OK

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Heute morgen hat uns endlich eine neue SPOT-Message erreicht. Es scheint alles OK zu sein. Der Yukoneer hat sogar wieder viele Meilen gemacht. Näheres zu den besagen Problemen werden wir wohl erst in ein paar Tagen erfahren.

Erste Probleme …?

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Heute erreichte uns die erste “Ich habe ein Problem” SPOT message. Da wir lediglich seine aktuelle Position sowie die Info, dass irgendwas nicht stimmt, übermittelt bekommen, wissen wir leider auch nichts Näheres. Das Wetter ist zwar wechselhaft aber auch nicht schlechter als wie die Tage zuvor.
Auch der Flusslauf, von dem wir die Possitionsangabe bekommen haben, sieht auf dem Sattelittenbild nicht so aus, als ob er versanden könnte. Allerdings sind die in Google Earth hinterlegten Sattelittenbilder zum Teil schon mehrere Jahre alt und so ein Fluss verändert (besonders in den Yukon Flats) doch immer wieder seine Wege.

Es kann also lediglich spekuliert werden ob es die Sehnenscheidenentzündung, ein Problem mit dem Material oder doch ein Bär ist, der sich auf Gerlinde gesetzt hat ….

Sobald wir was Neues erfahren, werden wir es hier veröffentlichen.

Die Yukon Flats

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Zur Zeit ist der Yukoneer in den Yukon Flats unterwegs. Kurz bevor er aus Circle aufgebrochen ist, schickte er uns noch folgende Mail:

“Morgen geht es dann in die Flats. Hatte heute beim Anlaufen auf Circle schon einen ersten Eindruck. Es ist wirklich unglaublich. Man weiß nicht wo man ist und die einzelnen Wasserläufe haben immer noch die Größe von Vater Rhein. Wird spannend die nächsten Tage. Fort Yukon werde ich wohl nicht anlaufen sondern weiter paddeln. Evtl. bis Beaver, ist aber sehr klein und wahrscheinlich ohne Internetzugang. So wird es auch bei Yukon Crossing sein (ist eh nur ein Roadhouse). Eventuell hört ihr erst wieder was in Galena und das wird mit Sicherheit 2,5 Wochen dauern. Mit der Strömung ist es nun auch langsam vorbei, daher nicht wundern, wenn die Tagesleistung weniger wird…
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Die Etappe zwischen Dawson und Circle ist landschaftlich eine meiner Favoriten. Insbesondere der Abschnitt zwischen Eagle und Circle durch das Yukon-Charley Rivers National Preserve ist sehr schön. Alte Cabins dürfen zum Teil zum übernachten benutzt werden.

Die zwei Tage von Dawson nach Eagle gingen recht gut. In Eagle habe ich, wie ihr sicher bemerkt habt, einen Pausentag gemacht und den 4. Juli mit gefeiert. Zwei Nationalfeiertage innerhalb von 4 Tagen sind nicht gerade Standard. Die Feier in Eagle war noch “intimer” oder besser gesagt im wesentlichen war man unter sich… habe mich dort wirklich wohl gefühlt und wieder ein paar sehr nette und gastfreundliche Menschen kennen gelernt. In diesem Zusammenhang Grüße an Marlys, Ken&Kathy, Deb & Hal.
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Nachdem wir gesehen haben, dass die Wanderung durchaus anstrengend für den yukoneer war, schauen wir uns die Herzfrequenz von einer Paddeletappe an.

Quizfrage: Warum steigt die Herzfrequenz einmal in den dunkelgrünen Bereich? (nur 1 Antwort ist richtig!)

a. Kentern im Stromschnellenmanöver
b. Landpartie
c. Romantisches Rendevous mit yukonese
d. Wutanfall wegen versalzener Zwischenmahlzeit
e. Erster Bärenkontakt

Die Möglichkeiten für den Yukoneer mit uns in Kontakt zu treten werden, aufgrund der nahezu nicht vorhandenen Internet-Infrastruktur, von nun an doch deutlich minimiert sein. Daher möchte ich mit diesem Artikel alle Fragen von Euch an den Yukoneer sammeln. Sobald er dann wieder online ist, findet er hier alle Fragen gebündelt und kann sie evtl. beantworten.

Rätsel Nr. 3

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Es ist wiedermal Zeit für ein kleines Rätsel. Eine der letzten Bastionen der Zivilisation, in der der Yukoneer erst vor ein paar Tagen sein Proviant für die nächsten Etappen aufgefüllt hat, ist Dawson. Dort gibt es eine berühmte Bar die sich durch einen sehr speziellen Cocktail auszeichnet. Den Alkohol für den Drink kann man frei wählen. Das Besondere ist vielmehr das, was in den Alkohol gegeben wird.

Und genau danach suchen wir in unserem Rätsel.

Wie immer gibt es eine Etappe auf dem Yukon mit dem Yukoneer zu gewinnen.

In unserem letzten Beitrag hatten wir einige Überlegungen zur berechneten und real abverlangten energetischen Beanspruchung während der Wanderetappen angestellt. Wie aber fiel die Kreislaufantwort des yukoneers hierbei aus, die ja eng mit dem Leistungsempfinden gekoppelt ist?

Die erste Grafik zeigt zunächst das Höhenprofil (grün) und die Herzfrequenz (rot).

Die zugrunde zu legende Sportleistungsuntersuchung hatte eingangs ergeben, dass der Kanute über eine überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit verfügt. Seine anaerobe Schwelle liegt bei einer Herzfrequenz von 160 bpm fürs Laufen. Der Trainingsbereich Grundlagenausdauer (GA) 1 liegt bei ihm zwischen 120 – 140bpm und der Grundlagenausdauerbereich (GA) 2 zwischen 141 – 157. In diesen beiden Trainingsbereichen kann er sich nicht überlasten.
Die zweite Grafik gibt den sportwissenschaftlichen Bezug der Herzfrequenz zu seinem Trainingsbereich wieder. Wie man deutlich sieht hat der yukoneer nie seine anaerobe Schwelle überschritten. Man kann aber auch erkennen, wie die Erhöhung der Herzfrequenz dem Anstieg im Gelände folgt.

Die nächste Etappe steht auf dem Plan. Der Abschnitt von Dawson nach Circle wird mit etwas über 400km (250miles) angegeben. Die Strömung ist weiter hin ein Faktor und kann eine schnelles Vorankommen unterstützen. Allerdings kann auch der Wind ein Faktor werden. Da der Fluss mittlerweile schon eine beachtliche Breite hat kann es zu eventuellen Zwangspausen kommen, bis der Wind nachlässt.

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Fort Selkirk

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Mein erster Stopp am Yukon außerhalb einer Stadt oder Ansiedlung war in Fort Selkirk. Aufgeben als Siedlung ist es heute eine wunderschön restaurierte Ansiedlung, die nur mit dem Boot erreichbar ist. Es ist wirklich hübsch hier und definitiv einen Aufenthalt wert.

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Fischsuppe

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In Blog Carmacks hatte ich die vermeintlichen Fischabfälle beschrieben. Mittlerweile habe ich auch ein Foto davon gemacht. Und nebenbei erfahren, dass es sich dabei nicht um Fischabfälle, sondern um Überreste von Unterwasserpflanzen oder Algen handelt. Das zumindest war die Einschätzung von Christian und Markus, die auf einem selbstgebauten Floß den Yukon hinunter treiben bzw. paddeln. Die Erklärung macht absolut Sinn. Denn wie schon zuvor geschrieben handelt es sich um riesige Mengen dieser „Abfälle“, so dass ich mir eigentlich gar nicht vorstellen kann oberhalb noch einen lebenden Fisch zu finden…

Carmacks to Dawson

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Mittlerweile bin ich wohlbehalten in Dawson City eingetroffen. Und schon wieder bin ich hin und her gerissen zwischen noch etwas bleiben oder weiter. Zumindest werde ich heute und morgen hier belieben. Morgen ist Canada Day und das will ich mir nicht entgehen lassen.

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