Mittlerweile habe ich von den oben genannten Firmen auf meine Briefe beziehungsweise Rücksendung Antwort erhalten. Unterschiedlicher konnten die Reaktionen allerdings kaum ausfallen.

Optimus, deren Rückrufaktion ich bereits in einem früheren Beitrag geschildert hatte, lieferte die Ersatzteile zügig aus. Die Umtauschaktion selbst war über die Homepage von Katadyn/Optimus gut beschrieben. Einzig der Brennstoffschlauch musste in die Schweiz eingeschickt werden. Die dafür notwendigen Portogebühren wurden allerdings nicht ersetzt. Dies wäre aus meiner Sicht das “Sahnehäubchen” im Sinne der Kundenzufriedenheit gewesen. Aber auch so erhielt ich innerhalb einer Woche eine neue Pumpe, Kraftstoffschlauch sowie Ersatzdichtungen zugeschickt. Alles in allem lief die Austauschaktion zufriedenstellend. Bleibt nur zu hoffen, dass der Optimus Nova künftig problemlos seinen Dienst tun wird. Ich bin da mal optimistisch.

Anders fiel die Reaktion seitens Condor aus. Ein erster Brief erreichte mich Ende Oktober mit der Bitte um Geduld und der Information, dass mein Schreiben zur Bearbeitung an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet wurde. Vier Wochen später erhielt ich dann ein Antwortschreiben der Fachabteilung in dem der Schaden bedauert wurde, jedoch die Verantwortung abgelehnt und auf die örtlichen Flughafengesellschaft verwiesen wurde. Hmm, als ich bei meiner Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen bei der Gepäckausgabe reklamierte wurde ich an die Fluggesellschaft verwiesen. Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass man hier von Pontius zu Pilatus geschickt wird. Die Reaktion von Condor ist dann auch enttäuschend; der Kundenservice scheint nicht unbedingt an erster Stelle steht. Das Standardschreiben lässt nicht erkennen, dass man sich mit dem Fall wirklich beschäftigt hat oder gar über Möglichkeiten nachdenkt, wie man den Kunden künftig helfen könnte. Dieser wird schlichtweg alleine gelassen. Offensichtlich ist es schwierig in solchen Fällen einen Verantwortlichen zu finden. Als Fluglinie, die insbesondere den Transport von Sportgepäck bewirbt, könnte man zum Beispiel eine darauf abgestimmte optionale Reisegepäckversicherung anbieten. Eine, die eben auch bei teueren und hochwertigen Sportgeräten reguliert. Im Falle von Condor würde das sogar in das aufpreispflichtige Serviceangebot angefangen von alternativen Mahlzeiten bis zur Sitzplatzreservierung passen.

Verständlich, dass ich mir für die Fluglinie für die nächste Reise unter diesem Gesichtspunkt nochmals sorgfältig anschauen werde. Condor ist da nicht unbedingt der Favorit, zumal ein weiteres Argument nicht mehr ins Gewicht fällt. Seit Sommer diesen Jahres wird ein zweites Gepäckstück für Reisen in die USA/Kanada nicht mehr unentgeltlich transportiert. Sportgepäck käme im Fall des Falles als weiterer Kostenfaktor hinzu. Da ist die Aussage des “Direktor Einzelplatz der Condor” nur noch eine Randnotiz wert. Auf den Unternehmensseiten von Condor findet man sinnigerweise unter Auszeichnungen folgendes zu lesen: “Als Urlaubsflieger mit Flugzielen wie die Malediven zum Tauchen, zahlreichen Orten mit Golfplätzen oder beispielsweise für eine Radtour entlang des Yukon in Alaska wollen wir unseren Fluggästen die Anreise so komfortabel wie möglich gestalten”. Wer schon mal an den Ufern des Yukon stand wird sich eines Lächelns nicht erwehren können ;-). Der Condor Slogan “Born to fly” wäre dann wirklich hilfreich; die deutsche Version “Wir lieben Fliegen” dann schon weniger…