Langsam wird es ernst. Ich komme gerade vom „Get together“ auf dem Freigelände des MacBride Museum zurück. Die Paddler sind nun alle (?) da und mit dem ein oder anderen gab’s Gelegenheit zum Austausch. Die ganze Gesellschaft wurde rustikal verköstigt und ein paar (erträgliche) Reden wurden auch gehalten. Die (gefühlt) weiteste Anreise dürften die Australier hinter sich haben. Der älteste Teilnehmer zählt 80 Lenze, der Jüngst gerade mal 18 Jahre. Wow, wenn ich mit 80 Jahren noch bei so was antrete kann ich mich glücklich schätzen – grossen Respekt.

Wir haben heute schon mal angefangen unser Material zusammenzustellen. Morgen ab 11h ist für uns Materialcheck am Visitor Center in Whitehorse und am Abend das Pflichtbriefing für alle Rennteilnehmer. Am Mittwoch werden die Boote am Rotary Park aufgestellt, bevor dann um 12h mittags der Startschuss fällt (21h MEZ).

Soweit ich das in Erfahrung bringen konnte geht es da ziemlich zur Sache, da insbesondere die Racer keine Sekunde versäumen wollen. Dazu kommen die Voyageur Canoes, die mit sechs bis acht Mann besetzt wie Dampframmen losstürmen. Höchste Gefahr für mein Faltboot! Ich gehe die Sache daher etwas defensiver an und werde „Gerlinde“ schön behutsam zu Wasser lassen. Wäre echt übel das Faltboot über den Kiesstrand ins Wasser zu zerren – hektisch einzusteigen, nur um wenig später den Kleber und die Flicken raus holen zu müssen.

Ungefähr drei bis vier Stunden beleiben wir auf dem Yukon bevor es in den Lake Laberge geht. Drückt uns die Daumen, dass das Wetter mitspielt. Ideal wäre um die 20 Grad, leichte Bewölkung und Wind aus Süd, der idealerweise 2-4 Fuß (etwa 1 Meter) hohen Wellen erzeugt. Damit könnten wir mit unseren Booten hier und da etwas mitsurfen und fallen nicht zu weit zurück. Die echten Rennboote dürften sich allerdings leicht andere Bedingungen wünschen – Wellengang ist nicht gerade das was den Jungs (und Mädels) Freude macht. Aber wünschen darf man sich ja was – oder?

Unser erster wichtiger Meilenstein ist dann Lower Laberge, das Ende des 50km langen Sees, das wir spätestens am Donnerstag, 2h (11 MEZ) erreichen müssen – sonst sind wir draußen. Drückt uns die Daumen!!!

Ach ja, würde mich mal interessieren auf welche Endzeit ihr tippt  – oder ob es überhaupt mit einem Faltboot und höchst durchschnittlicher Muskelkraft zu schaffen ist ;.).