Ich bin nun schon eine gute Woche in Whitehorse und habe mich gut eingelebt. Kiera sitzt gerade neben mir und flötet mir ein “Hello Dieter” ins Ohr während ich versuche einen Teil der Erlebnisse der vergangenen Woche festzuhalten.

Nachdem ich zu Begin Probleme hatte mein Faltboot wegen einer gerissenen Naht am Sitz aufzubauen ist nun alles in bester Ordnung.

Die erste Tour ging ich deshalb fremd und paddelte den Takahini in einem Dagger von Erins Freundin Lea. Die 25 Kilometer waren entspannt in 2 ½ Stunden zu paddlen und Len sorgte für einen erste Klasse Abholservice. Der Fluss hat einen guten Wasserstand. Erin erzählte mir, dass sie noch zwei Wochen zuvor Zick Zack Kurs paddeln musste, da es viele Sandbänke zu umschiffen galt. Doch in den letzten Wochen sind die Wasserstände deutlich gestiegen und die Bedingungen werden von Tag zu Tag besser.

Takahihni River

So auch auf der zweiten Tour, dem Yukon River vom Marsh Lake Damm bis zur Mündung des Takahini. Ich erinnere mich gut, wie es mir damals vor zwei Jahren ging, als ich mich und „Gerlinde“ selbst schleusend über die Staustufe brachte. Diesmal ging es sehr viel einfacher, in dem wir gleich unterhalb des Wehrs links einbooteten. Canyon City und der folgende Miles Canyon war denn auch viel entspannter ohne die volle Expeditionsbeladung. Nur am Ende des Schwatka Lakes mussten wir beide Boote am Staudamm umtragen. Die Erholungspause hatten wir uns dann auch verdient, bevor wir an Whitehorse vorbei weiter flussab paddelten. Damit schließt sich der letzte kleine Mosaikstein der vollständigen Befahrung des Yukon River. Vor zwei Jahren war ich erst wieder bei Kanoe People eingebootet, nachdem ich in Whitehorse ein paar Tage Pause hatte und somit fehlen eigentlich 1500 Meter paddelbarer Yukon.

Im weiteren Verlauf gab es außer einem Stachelschwein  allerdings nichts außergewöhnliches zu sehen – selbst die Seeadler hielten sich an den bekannten Stellen vornehm zurück. Vom Yukon River geht es nur hundert Meter den Takahini hinauf bis zur Brücke des Klondike Highway. Dort holte uns Len wieder ab (Thanks Len!).

Ein Teil dieser Etappe stand auch heute wieder als kleine Aufwärmrunde auf dem Programm. Langsam gewöhne ich mich wieder an Boot und Fluss. Ist doch ein gänzlich anderes Gewässer als Rhein und Co.

Morgen wollen wir uns Richtung Haines Junction aufmachen und den Dezadeash über 200 Kilometer paddlen. Das sollte dann ausreichend Aufschluss darüber geben, was  noch an der Aufrüstung für den River Quest zu verbessern ist. Schade nur, dass man auf Seiten des Paddlers so limitiert ist. Ich habe das Gefühl, dass da bei mir das größte Potential zu finden ist  ;-). Wer dem Tourenverlauf folgen will kann dies auf der Spot Yukoneer Shared Page tun. Bis demnächst auf diesem Blog …